Rainald Grebe "Das Hongkongkonzert
Ein Abend über Katastrophen, Kaufhausmusik und Liebe im Ausland.
Ein Barpianist in einem Nobelhotel in Hongkong. Er arbeitet global. Ein Alleinunterhalter, der überall war und nirgendwo. Taufen. Hochzeiten. Beerdigungen. Frühschoppen. Kaufhauseröffnungen. Insolvenzfeiern. Kreuzfahrten.
Ein Dienstleister, der sich nach den Wünschen seiner Kunden richtet. I did it my way. Der Kunde ist König. I´m your private dancer. Candle in the wind. Sagen Sie ihm, was Sie für Ihre Feier wünschen, er ist flexibel. As time goes by. Yesterday. Eisgekühlter Bommerlunder. Er weiß, wenn er nicht wär, würde es jemand anderes machen. Draußen soll die Katastrophe sein. Like a bridge over troubled water. Dem Geld geht es nicht gut. Dem Dorsch und dem Klima auch nicht. In der Bar hocken Leute, die den Pianisten vollquatschen. Einer sagt, das Tragische an der Erderwärmung ist die Eisfreiheit. Die Titanic fährt einfach immer weiter. Und die Bordkapelle spielt ohne Unterlaß. So geht es ihm seit Jahren. Don´t shoot me, I´m only the piano player.
Rainald Grebe (geb. 1971) betätigt sich seit 1989 als Autor, Comedian und Liedersänger. Er stammt aus Köln und machte sich Anfang der neunziger Jahre in die neuen Bundesländer auf, um seine künstlerische Karriere zu verfolgen. Er diplomierte an der „Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin“ im Fach Puppenspiel. Nach legendären Bühnenauftritten beim Quatsch Comedy Club in Hamburg fand der Künstler im Jahr 2000 seinen festen Platz als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Jenaer Theaterhaus. Nach der Auflösung des Ensembles Im Sommer 2004 begann er solo und zusammen mit der Kapelle der Versöhnung eigene Musikprogramme auf deutschen Kleinkunst- und Theaterbühnen zu spielen. „Das Hongkongkonzert“ ist sein drittes Soloprogramm. Mehr unter www.rainaldgrebe.de
Pressestimmen:
„... solo wirft er diesmal seine Dada-Maschine an ... das Nachdenkliche, Tragische in kompromisslos-anarchischen Witz verpackt.“ Kölnische Rundschau, Januar 2007
„Wer ist schuld, dass uns diese Granate jahrelang vorenthalten wurde?“ SZ 23.2.07
„Eine unbeschreibliche Melange aus Balladen, die er selbst fulminant am Flügel begleitet, und absurden Betrachtungen“ tz München 21.2.07
„Grebe ist grausam und wäre längst gelyncht worden, würde er das Publikum mit seinen Dada-Kaspereien nicht nur besänftigen, sondern erheitern bis zum hysterischen Lachanfall.“ AZ München 21.2.07
„Grebes Heimat ist zweifellos die Bühne, und sollte er auf einer in Ihrer Nähe zu sehen sein: Gehen Sie schnell hin!“ Titanic, April 2007
„Grebe mäandert im Baströckchen auf wilden Assoziationsspuren von der Südseeinsel bis nach Thüringen, macht wehmütige Blitzabstecher zum „Hotel Mama“ und bearbeitet mal wurstig, mal rührselig, mal genial den Flügel.“ Badische Zeitung, 05.02.07
„Das System Grebe zeichnet sich durch völlige Unsystematik aus. Darin besteht seine bestechende Logik. Wie ein Spuk haust sein Erfinder in dem labyrinthischen Durcheinander und folgt einem roten Faden, der ihn den Nonsens als Abenteuer erleben und ihn mit plötzlichen Illuminationen in schwarzer Satire triumphieren lässt.“ Mainecho, 05.03.07